Gedanken zur Woche

Liebe Leserinnen und Leser,

„Ehrlich gesagt, wir gehen nur an Weihnachten zur Kirche. Ansonsten eher im Urlaub in Kirchen am Wegesrand oder dann zu einem

Konzert.“ Vielen Kirchenmitgliedern und Nicht-Mitgliedern geht es so, wie es hier beschrieben wird.

Woran liegt das? Im Allgemeinen wissen die Menschen, was sie in einer Predigt und in einem Gottesdienst erwartet – oder sie 

meinen es zu wissen. Immer wieder erleben Kolleginnen, Kollegen und ich, dass es heißt: „Das war ja richtig lebendig!“ Also ist

die gängige Vorstellung vom Gottesdienst etwas anderes als das reale Erleben.

Vielleicht ist es dem Besuch einer Oper vergleichbar. Auch dahin gehen nicht so viele, weil sie „schwere Kost“ erwarten. Waren sie 

dann in einer Opernaufführung, wirken sie oft angetan bis begeistert. Warum schreibe ich Ihnen das? Weil ich Sie und Euch einladen möchte,

in einen der Gottesdienste unserer Sommerkirche zu gehen. Diese Sommerkirche wird in allen vier Kirchen unseres Nachbarschaftsraumes 

Vortaunus gefeiert,  an den jeweiligen Sonntagen bis zum Ende der Ferien mit Pfarrerinnen und Pfarrern, die je zwei Gottesdienste übernehmen.

Abwechslung ist also garantiert, sogar der Besuch der evangelischen Kirchen in Bad Soden, Neuenhain, Liederbach, Sulzbach ist  abwechselnd möglich.

Neben der Predigt werden auch ein Psalm, das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser zusammen gebetet. Eine Chance ist das zur inneren 

Einkehr und zur Meditation. Beim Blick auf die Kerzen, beim Hören auf die Glocken und ein schönes Orgelspiel.

Das kann der Seele und dem Geist gerade in diesen Zeiten gut tun, in denen viele über zu viele Aktivitäten klagen. Oder einfach gehaltvolle Texte

suchen, die mal wieder den eigenen Horizont weiten.

Ebenso gut tun das gemeinsame Singen und am Ende des Gottesdienstes die Zusage von Gottes Segen. 
Vielleicht begleitet von folgender Liedstrophe von Dieter Trautwein: „Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen, sondern überall

uns zu dir bekennen. Nie sind wir allein. Stets sind wir die Deinen. Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.“

Auf Wiedersehen in der Sommerkirche,

Ihr und Euer Pfarrer Andreas Heidrich